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Alle Berichte in der Kategorie "Gedanken"
Aug
24
12:44 Uhr
Mit Chichewa hat’s angefangen, mit Chichewa hört’s auch wieder auf. Mit „Wir sehen uns morgen“ lässt sich der Titel übersetzen. In einer halben Stunde geht nämlich mein Flug, morgen früh bin ich dann bereits wieder in Deutschland.
Wie erwartet ist das letzte halbe Jahr noch schneller rum gegangen, als das erste. Dabei fällt die Bilanz wegen der neuen und erfüllenden Arbeit bei Jacaranda deutlich besser aus, als noch zum Halbzeitbericht.
Und auch über die letzten drei Wochen lässt sich etwas berichten. Allerdings nicht vom Endseminar in Chintheche, das habe ich nämlich mit der dritten Lebensmittelvergiftung und einer Malaria im Bett verbracht. Vorher haben wir aber bereits ein unterhaltsames Wochenende in Nkhata Bay verbracht, sodass ich nicht völlig umsonst die Tagesreise in den hohen Norden angetreten bin 
Zurück in Blantyre habe ich dann mit etwas Schwierigkeiten noch ein paar traditionelle Gewänder schneidern lassen (ein Kleid wurde leider in Zoll statt Zentimetern gefertigt, viel zu groß), allen Bekannten und manchen Unbekannten auf Wiedersehen gesagt und wir haben für alle ehemaligen Kollegen von BACOMA und Jacaranda und allen anderen Freunden eine große Abschiedsparty geschmissen, dazu Chili con carne gekocht und die Bude auf den Kopf gestellt. Was durch einen anschließenden fünftägigen Wasser- und Stromausfall besonders pikant wurde...
Übrigens, die malawische Nationalflagge wurde nun tatsächlich geändert. Gerüchten zufolge soll nun auch noch die Nationalhymne geändert werden, da hier das Wort „Armut“ fällt. Dr. Bingu wa Mutharika, der Präsident von Malawi, will auch die Landeswährung Kwacha umbennen, in Kwayera, was so viel bedeutet wie „Sonnenaufgang“. Etwas widersprüchlich zur Änderung der Flagge, wo ja die aufgehende durch eine aufgegangene Sonne ersetzt wurde.
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Jul
30
11:44 Uhr
Und meistens hat das, was ein Ende hat, auch eine Fortsetzung. Das mein weltwärts-Jahr in Malawi eine Fortsetzungen haben wird, das steht schon fest. Zunächst in Deutschland durch die geplante Gründung von Jacaranda Foundation Germany. Später bestimmt auch wieder in Afrika, vielleicht auch in Malawi.
Aber vor der Fortsetzung kommt das Ende. Und das kommt schnell, nämlich in drei Wochen. Heute Abend fahren wir in Richtung See, um Meryems Geburtstag zu feiern. Danach erwartet uns eine Woche Endseminar, zur Reflexion des Erlebten. Im Anschluss der letzte Urlaub, auf der kleinen Insel Likoma im Malawi-See. Und wenn ich davon zurückkomme, werde ich noch drei Tage in Blantyre verbringen, eine Abschiedsparty feiern und dann nach Lilongwe fahren. Ein paar Tage, Gespräche und Abrechnungen später sitze ich dann im Flieger nach Hause. Am 24. August um genau zu sein, Ankunft voraussichtlich am 25. August um 8:35 Uhr in Stuttgart. Waaaah!
Da dies hier vermutlich mein vorletzter Blogeintrag aus Malawi war und ich die nächsten zwei Wochen wohl nicht schreiben kann, hier noch was Aktuelles zu Malawi:
Die malawische Flagge besteht aus drei horizontalen farbigen Balken:
- Schwarz steht für das Volk auf dem afrikanischen Kontinent
- Rot steht für das Blut der Märtyrer, das im Kampf um die Unabhängigkeit vergossen wurde
- Grün steht für die üppige Vegetation Malawis
Den oberen, schwarzen Balken ziert zusätzlich eine aufgehende, rote Sonne, die Malawis und Afrikas Aufbruch in eine neue, bessere Zukunft signalisieren soll. Weil die nach Meinung des amtieren Präsidenten, Dr. Bingu wa Mutharika, schon längst angebrochen, und Malawi ein äußerst entwickelter Staat sei, wird die Flagge geändert. Sie soll nun eine volle, weiße Sonne direkt im Zentrum tragen.
Der Nachfolger-Kandidat des 2014 aus dem Amt scheidenden Präsidenten wird übrigens dessen Bruder, Dr. Peter Mutharika, werden.
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Mär
2
9:33 Uhr
Wir schreiben den zweiten März 2010. Genau heute vor sechs Monaten bin ich in Deutschland aufgebrochen und einen Tag später 7.500 km weiter südlich aus dem Flugzeug gestiegen, in Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Jetzt ist also Halbzeit. Zeit für ein Resümee...
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Feb
1
19:37 Uhr
Ich sitze gerade in der Sonne auf einer Bank vor dem Schulgebäude der Grundschule und warte auf meinen Transport zur Academy. Meine erste Unterrichtsstunde hat zwar bereits vor zehn Minuten angefangen, aber bisher ist noch niemand aufgetaucht, um mich abzuholen. Das gibt mir etwas Zeit, ein paar Zeilen über Blantyre zu schreiben, größte Stadt Malawis und Mittelpunkt unseres täglichen Lebens.
Obwohl Lilongwe die Hauptstadt unseres Gastlandes ist, leben und arbeiten weitaus mehr Menschen im südlicher gelegenen Blantyre. Das hat geschichtliche Gründe, denn Blantyre war, nach Zomba und vor Lilongwe einstige Hauptstadt und Regierungssitz...
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Okt
28
15:43 Uhr
Mittlerweile bin ich wieder in Blantyre und habe Internet. Eine Menge passiert in der Zwischenzeit, aber der Reihe nach:
Bevor wir vorletztes Wochenende nach Mua aufgebrochen sind kam mein Chef zu mir, weil einer der Computer wieder Viren hatte (noch haben fast alle welche, aber zwei konnte ich mittlerweile befreien). Ein mir nicht bekanntes und am Tag zuvor definitiv nicht installiertes Programm names Antivirus Pro 2010 meldete knapp 20 verschiedene Viren auf dem Computer, die dringend entfernt werden sollten. Das könne aber nur die Vollversion. Kostenpunkt: 30$. Und das blöde Programm lässt sich nicht entfernen, zumindest nicht mit herkömmlichen Mitteln. Eine kurze Recherche im Internet bestätigte mir dann: Das Programm selber ist ein Fake, das einem zum Kauf einer (nutzlosen) Vollversion bewegen will, in dem es nicht vorhandene Viren erkennt. Mit ein paar Kniffen lässt es sich zum Glück auch entfernen. Bleibt nur die Frage, wer es installiert hat...
Die ganze letzte Woche über war, wie ja bereits kurz berichtet, Kulturkurs in der Mua Mission...
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Okt
20
13:49 Uhr
Die vergangene Woche war recht entspannt, am Donnerstag war naemlich Muttertag und somit frei. Am Freitag hatten wir ein Meeting mit der Schulleitung, wo wir unsere Ideen fuer die summer terms nochmals vorgestellt und vorallem den von Meryem erarbeiteten Unterrichtsplan erklaert haben. Leider fehlt seit einigen Tagen die Druckertinte fuer alle Drucker, genausolang wird aber auch angeblich neue besorgt. Jedenfalls konnten wir wichtige Listen nicht ausdrucken, in die sich die Schueler eintragen muessen, und zwar am Montag (also gestern). Da wir aber seit dem Wochenende nicht mehr da sind, koennen wir nicht sagen, ob das geschehen ist...
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Okt
10
19:57 Uhr
Am Donnerstag waren wir am Stadion, um Fußballtickets zu kaufen. Es gibt vier Kategorien: Auf der Riesentribüne für 500 Kwacha (2,50 €), auf einer besseren Tribüne für 2.500 Kwacha (12,50 €), auf der überdachten Tribüne (5.000 Kwacha, 25 €) und im VIP-Bereich (10.000 Kwacha, 50 €). Wir haben uns für die 2.500er-Tickets entschieden, nachdem wir von einer sehr netten Malawierin vorher durchs Stadion geführt wurden. Die Riesentribünen reichen nämlich vom Boden bis weit in den Himmel und man muss sieben bis acht (!) Stunden vorher da sein, wenn man einen halbwegs tollen Platz ergattern möchte. Ohne Dach im Sonnenschein wohlbemerkt. Für unsere Tickets mussten wir lediglich eine Dreiviertelstunde vorher da sein.
Am Freitag sollte es ein neues Meeting geben. Eigentlich irgendwann morgens...
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Okt
7
14:53 Uhr
Wir ankündigt hatten wir am Wochenende volles Haus. Letztendlich waren wir sogar zu elft, haben uns Blantyre und Limbe angeschaut und sind abends in einer sehr netten Bar namens Doogles abgestiegen. Eigentlich eine Backpacker-Lodge und auch generell sehr teuer war die überwiegende Zahl der Gäste weiß. Drei weiße Malawier, gegen die einige von uns mehrere Runden Billard spielten, gaben eine Runde nach der anderen aus. Bei einem Preis von weniger als einem Euro pro Flasche Carlsberg-Bier ist das Loch im Geldbeutel am nächsten Tag allerdings nicht ganz so groß, wie das in Deutschland der Fall wäre...
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Sep
20
21:54 Uhr
Für gestern hatten wir geplant, den Michiru zu besteigen, einen Berg ganz in der Nähe. Ist aber ins Wasser gefallen, weil Meryem Malaria hat. Stattdessen wurden wir von Simon, dem Blantyre-Chef von BACOMA, zu sich nach Hause eingeladen, um uns seiner Familie vorzustellen. Er wohnt etwa eine 20 Minuten außerhalb, auf dem Weg dorthin entlang der Straße haben wir viele Lehmhütten gesehen und fast eine Ziege überfahren, die auf die Straße gesprungen ist. Weil es keine Gehwege oder ähnliches gibt, laufen diejenigen die kein eigenes Auto besitzen – und das sind nicht wenige – eben direkt neben bzw. auf der Straße...
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Sep
7
21:36 Uhr
Obwohl der letzte Beitrag noch immer nicht veröffentlicht werden konnte, hier ein neuer
Das Internet ist immer noch unbeständig und langsam, wir müssen alle zusammen mit einer 56kbit-Leitung auskommen.
Am Sonntagmorgen konnten wir etwas ausschlafen und sind dann zum Kumbali Cultural Village gefahren, das etwas außerhalb von Lilongwe liegt. Dort kann man in Lehmhütten wohnen, die für sehr viele Malawier noch immer zum Standard gehören. Daneben mit Sichtschutz versehene Plumpsklos, von fließend Wasser keine Spur.
Auf dem Dorfplatz gibt es (hauptsächlich wohl für Touristen) die Möglichkeit zum landestypischen frühstücken...
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