Montag, 26. Juli 2010 um 9:56 Uhr

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Wie verhext

Hexen fliegen hier zwar nicht auf Besen, dafür aber auf Eulen. Und können sich auch wahlweise in diese verwandeln. Zum Repertoire gehören auch: Töten mit einem Augenschlag, Liebesblindheit bewirken und Impotenz hervorrufen. In Mulanje hat eine Hexe sogar einen Stein zur Welt gebracht.

Viele Malawier glauben an die Existenz und die Auswirkungen von Hexerei. Auf dem Ndirande Mountain sollte man sich nicht abseits der Pfade bewegen, weil es böse Geister gibt und hin und wieder wird jemand wegen „Witchcraft“ verhaftet und bisweilen sogar ins Gefängnis gesperrt. Selbst ausgebildete Lehrer stellen an Vollmondnächten Kräutermischungen vor die Tür und in der Vorschule soll ein Kind die ersten Anzeichen zeigen, ein Hexer zu sein.

Vielfach sind die vermeintlich totgehexten Opfer an Herzinfarkten gestorben, die bösen Geister auf den Bergen sind Felsen, die nach heftigen Regenfällen rutschig sind und einsame Wanderer den Hang herabstürzen lassen. Doch vor allem in den ländlichen Regionen ist medizinisches Wissen kaum verbreitet und so müssen andere Erklärungen herhalten. Wie die Hexerei. Trotzdem kann man dafür angeklagt werden. Die Angeklagten selber bestreiten natürlich in den meisten Fällen ihre Künste. Vielfach sind es Menschen, die sich sozial abgrenzen, was in Malawi sehr untypisch ist.

Auf Europäer wirken diese Kräfte in der Regel nicht. Deshalb können wir auch die Anwesenheit der Hexen nicht spüren.

Wandern auf dem Zomba Plateau
In der letzten Woche habe ich meine fünf übrigen Urlaubstage aufgebraucht und einige Wanderungen unternommen. Von Bembeke bei Dedza führt ein kleiner Wanderpfad durch die Berge nach Mua. Obwohl man mit dem Minibus locker zwei Stunden unterwegs ist, kann man den Fußweg in drei bis vier Stunden bewältigen. Dabei läuft man durch nahezu unberührte Landschaft, streckenweise stehen nicht einmal die traditionellen Dörfer, die es sonst in Malawi aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte eigentlich überall gibt.

Unterwegs trifft man auf Marktfrauen mit kleinen Kindern auf dem Rücken und bunten Körben auf dem Kopf, voll mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Kohl. Was für mich eine kleine, nicht einmal ganz leichte Wanderung war, ist für sie Alltag. Zweimal die Woche gehen sie morgens den weiten Weg nach Bembeke, um auf dem Markt dort ihre Waren anzubieten. Und abends zurück. Alles für einen Tagesgewinn von vielleicht drei Euro.

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zomba plateau chingwe chingwes holeDie übrigen Tage habe ich auf dem Zomba Plateau verbracht, das mit Pinienwäldern aufwarten kann, die sich mit afrikanischen Urwäldern und einer endemischen Baumart abwechseln. Hier gibt es neben kleineren Gipfelbesteigungen auch Wasserfälle, nette Aussichtspunkte und zu sehen, in das dem Mythos nach schon die Herrscher der Region ihre Widersacher geworfen haben. Es wird auch gemunkelt, dass der erste Präsident der Republik, Dr. Hastings Kamuzu Banda, seine politischen Feinde hineingeworfen hat. Forscher meinen, dass das Loch bis an den Grund des afrikanischen Grabenbruchs reiche. Nach neuesten Erkenntnissen ist es aber vielleicht auch nur 30 Meter tief :-D

© Johannes Schäfer - http://johannes-in-malawi.de

http://johannes-in-malawi.de/2010/07/26/wie-verhext/

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Informationen

Orte Bembeke
Mua Mission
Zomba
Veröffentlicht Montag, 26. Juli 2010 um 9:56 Uhr
Kategorien Alltags-Serie, Freizeit, Reiseberichte
Stichworte Bembeke, Hexerei, Mua, Wandern, Zomba, Zomba Plateau
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