Freitag, 5. März 2010 um 10:21 Uhr
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Chikala Pillars
Waschen in der Regenzeit hat so seine Tücken. Besonders wenn man von Hand waschen muss, wobei die Wäsche längst nicht so trocken wird, wie nach dem Schleudergang einer Waschmaschine. Auf jeden Fall habe ich drei Tage lang versucht, meine Wäsche zu trocknen. Eine Wäscheleine ziert unser Wohnzimmer und in jeder Minute, in der die Sonne den Regen ablöst, baue ich alles ab und draußen wieder auf. Bis es dann wieder anfängt zu regnen.
Am Mittwoch war Feiertag, von unserem Chef haben wir auch Donnerstag und Freitag frei bekommen. Zeit mal wieder etwas zu unternehmen. In einer eher unbekannten malawischen Reisezeitschrift haben wir einen Bericht über die Chikala Pillars gefunden, inklusive spektakulärem Foto. Es handelt sich dabei um zehn bis 15 Meter hohe, von Sandstürmen geformte Säulen. Ein verrückter Deutscher soll sie 1940 entdeckt und dort acht Jahre lang alleine in der Wildnis gelebt haben.
Eine recht interessante Wegbeschreibung und unser Sinn für Abenteuer haben uns also erst mal nach Zomba geführt, wo wir die Nacht verbracht haben. Früh morgens sind wir aufgebrochen und per Anhalter bis zu der Abzweigung gefahren, von der aus man zu den Sandsturmformationen gelangen soll. Weiter ging es mit dem Fahrradtaxi, vorbei an mehreren traditionellen Dörfern und endlosen Maisfeldern. Nach zwölf Kilometern und einem kräftigen Sonnenbrand wurden wir von Soldaten angehalten. Auf diesem Gebiet werde gerade eine Übung durchgeführt, mit scharfer Munition. Wir durften schließlich trotzdem passieren, sie würden ihren Kollegen Bescheid geben.
Von da aus waren es weitere zwei Kilometer bis zu der Stelle, an der wir - wie wir später erfahren durften - die falsche Abzweigung genommen haben. Weitere acht Kilometer lang irrten wir bis zu einer Stelle, die uns die Fahrradtaxifahrer als die Pillars verkaufen wollten. Wir kramten das Magazin aus der Tasche und zeigten ihnen erneut die Bilder. Nie gesehen. Dabei haben wir uns doch die Fahrer ausgesucht, die vorgaben die Bilder zu erkennen. Och nö. Mittlerweile regnete es seit zwei Stunden ununterbrochen. Wir haben es geschafft, auf ein und demselben Trip Sonnenbrand zu bekommen und bis auf die Knochen nass zu werden, so nass wie seit Mulanje nicht mehr.
Der Rückweg schließlich war weitaus unangenehmer als die Hinfahrt. Schmerzlich stellten wir fest, dass die rote afrikanische Erde auch matschig werden kann. Zu matschig für ein Fahrradtaxi. Also hieß es laufen. Als wir den Highway bei Anbruch der Dunkelheit erreichten, mussten wir zum Glück nicht lange auf einen Minibus warten, der David und Meryem nach Zomba und mich nach Blantyre brachte. Ich soll morgen nochmal arbeiten. Wir sind also unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Kam uns irgendwie bekannt vor ![]()
Die Wäsche im Wohnzimmer war übrigens immer noch nicht trocken.
http://johannes-in-malawi.de/2010/03/05/chikala-pillars/
Informationen
| Orte | Abzweigung nach Chikala Zomba |
| Veröffentlicht | Freitag, 5. März 2010 um 10:21 Uhr |
| Kategorien | Reiseberichte |
| Stichworte | Chikala Pillars, Fahrradtaxi, Freizeit, Regen, Sandsturm, Sonnenbrand, Wandern |
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