Sonntag, 28. Februar 2010 um 19:18 Uhr

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Große Party bei uns und Käsekuchen in Dedza

Hat mal wieder lange auf sich warten lassen, der Blogeintrag. Habe einfach in letzter Zeit nicht mehr so viele freie Minuten, in denen ich mich dazu aufraffen würde, was zu tippen. Trotzdem sollen die Ereignisse der letzten anderthalb Wochen nicht unerwähnt bleiben.

Hausparty bei uns
Am Freitagabend haben wir bei uns den Geburtstag einer Bekannten gefeiert, die bei Jacaranda arbeitet. Geplant war draußen, auf dem Gelände vor unserem Haus, zu feiern. Natürlich hat es geregnet. Wir haben unser Haus zwar schon darauf vorbereitet, alles Zerbrechliche oder Wertvolle in unsere Zimmer gesperrt und das Wohnzimmer aufgeräumt. Aber trotzdem sind fast 35 Gäste doch eine Belastungsprobe für unser Haus gewesen...

Das (mosambikanische) Geburtstagskind hatte etwa zehn Freunde mitgebracht, den Rest haben wir beigesteuert. Viele Bekannte aus Blantyre kamen, Freiwillige aus Lilongwe und sogar unser Vorgänger bei BACOMA, der zurzeit wieder für einen Monat in Malawi ist. So wurde die Veranstaltung zu einer Party mit Menschen aus insgesamt zehn Nationen (Australien, Deutschland, England, Finnland, Griechenland, Indien, Kanada, Malawi, Mosambik, Ungarn).

Bembeke und Dedza Pottery
Dieses Wochenende habe ich im vier Busstunden entfernten Dedza verbracht, genauer gesagt im Vorort Bembeke, wo zwei weitere Freiwillige wohnen. Da das Dorf ziemlich weit ab vom Schuss ist, stellt es einen großen Kontrast zum Stadtleben in Blantyre dar und eignet sich großartig zum Entspannen. Außerdem gibt es in Dedza Käsekuchen, den besten (und vermutlich einzigen) Malawis. :-)

Stress mit unserem Chef
In letzter Zeit haben wir leider auch ein paar Meinungsverschiedenheiten mit unserem Chef austragen müssen. Dabei geht es vor allem um Strom- und Wasserrechnung, die er mit 30.000 Kwacha (120 €) beziffert, was von allen unseren in Blantyre lebenden Bekannten als lächerlich hoch bezeichnet wird. Eine deutsche Missionarsfamilie wohnt auf einem recht großen Grundstück mit 12 Leuten, bewässert regelmäßig den Garten, hat Spülmaschine und Waschmaschine mehrmals am Tag laufen und kommt auf eine Gesamtrechnung von 5.000 Kwacha (20 €) im Monat. Mysteriös.

Dazu kommt, dass wir jedem unserer Gäste für die Übernachtung 800-1.000 Kwacha abknöpfen sollen. Dafür bekommt man in Blantyre ein Zimmer in einer Lodge, mit richtigem Bett und Zugang zu einem Pool.

Die Arbeit ist auch nicht mehr das wahre, besonders das Unterrichten in der Academy stört mich ein wenig. Es macht wirklich riesig Spaß da, die Kinder lernen schnell, sind engagiert und begeistert, die Computer sind da, ich habe alle Freiheiten in der Unterrichtsgestaltung. Aber die Eltern der Kinder zahlen 1.200 US$ (!) im Jahr an Schulgebühren. Damit ist die Blantyre Baptist Academy die fünftteuerste Schule im ganzen Land. Eine solche Einrichtung braucht keine Freiwilligen. Im schlechtesten Fall nehmen wir sogar Malawiern Arbeitsplätze weg, und das ist nicht grade Sinn und Zweck unseres Einsatzes.

Wir überlegen demnächst umzuziehen.

© Johannes Schäfer - http://johannes-in-malawi.de

http://johannes-in-malawi.de/2010/02/28/grosse-party-bei-uns-und-kaesekuchen-in-dedza/

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Informationen

Orte Bembeke
Blantyre
Dedza Pottery
Veröffentlicht Sonntag, 28. Februar 2010 um 19:18 Uhr
Kategorien Reiseberichte, Stadtgespräche
Stichworte Academy, BACOMA, Freiwillige, Internationalität, Käsekuchen
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Ein Kommentar zu diesem Bericht:

  1. Martin
    Martin vor 2 Jahren

    $1200?! Krass! Und hierzulande beschwert man sich ueber die Studiengebuehren.


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