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Alle Berichte im Jahr 2010
Aug
24
12:44 Uhr
Mit Chichewa hat’s angefangen, mit Chichewa hört’s auch wieder auf. Mit „Wir sehen uns morgen“ lässt sich der Titel übersetzen. In einer halben Stunde geht nämlich mein Flug, morgen früh bin ich dann bereits wieder in Deutschland.
Wie erwartet ist das letzte halbe Jahr noch schneller rum gegangen, als das erste. Dabei fällt die Bilanz wegen der neuen und erfüllenden Arbeit bei Jacaranda deutlich besser aus, als noch zum Halbzeitbericht.
Und auch über die letzten drei Wochen lässt sich etwas berichten. Allerdings nicht vom Endseminar in Chintheche, das habe ich nämlich mit der dritten Lebensmittelvergiftung und einer Malaria im Bett verbracht. Vorher haben wir aber bereits ein unterhaltsames Wochenende in Nkhata Bay verbracht, sodass ich nicht völlig umsonst die Tagesreise in den hohen Norden angetreten bin 
Zurück in Blantyre habe ich dann mit etwas Schwierigkeiten noch ein paar traditionelle Gewänder schneidern lassen (ein Kleid wurde leider in Zoll statt Zentimetern gefertigt, viel zu groß), allen Bekannten und manchen Unbekannten auf Wiedersehen gesagt und wir haben für alle ehemaligen Kollegen von BACOMA und Jacaranda und allen anderen Freunden eine große Abschiedsparty geschmissen, dazu Chili con carne gekocht und die Bude auf den Kopf gestellt. Was durch einen anschließenden fünftägigen Wasser- und Stromausfall besonders pikant wurde...
Übrigens, die malawische Nationalflagge wurde nun tatsächlich geändert. Gerüchten zufolge soll nun auch noch die Nationalhymne geändert werden, da hier das Wort „Armut“ fällt. Dr. Bingu wa Mutharika, der Präsident von Malawi, will auch die Landeswährung Kwacha umbennen, in Kwayera, was so viel bedeutet wie „Sonnenaufgang“. Etwas widersprüchlich zur Änderung der Flagge, wo ja die aufgehende durch eine aufgegangene Sonne ersetzt wurde.
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Jul
30
11:44 Uhr
Und meistens hat das, was ein Ende hat, auch eine Fortsetzung. Das mein weltwärts-Jahr in Malawi eine Fortsetzungen haben wird, das steht schon fest. Zunächst in Deutschland durch die geplante Gründung von Jacaranda Foundation Germany. Später bestimmt auch wieder in Afrika, vielleicht auch in Malawi.
Aber vor der Fortsetzung kommt das Ende. Und das kommt schnell, nämlich in drei Wochen. Heute Abend fahren wir in Richtung See, um Meryems Geburtstag zu feiern. Danach erwartet uns eine Woche Endseminar, zur Reflexion des Erlebten. Im Anschluss der letzte Urlaub, auf der kleinen Insel Likoma im Malawi-See. Und wenn ich davon zurückkomme, werde ich noch drei Tage in Blantyre verbringen, eine Abschiedsparty feiern und dann nach Lilongwe fahren. Ein paar Tage, Gespräche und Abrechnungen später sitze ich dann im Flieger nach Hause. Am 24. August um genau zu sein, Ankunft voraussichtlich am 25. August um 8:35 Uhr in Stuttgart. Waaaah!
Da dies hier vermutlich mein vorletzter Blogeintrag aus Malawi war und ich die nächsten zwei Wochen wohl nicht schreiben kann, hier noch was Aktuelles zu Malawi:
Die malawische Flagge besteht aus drei horizontalen farbigen Balken:
- Schwarz steht für das Volk auf dem afrikanischen Kontinent
- Rot steht für das Blut der Märtyrer, das im Kampf um die Unabhängigkeit vergossen wurde
- Grün steht für die üppige Vegetation Malawis
Den oberen, schwarzen Balken ziert zusätzlich eine aufgehende, rote Sonne, die Malawis und Afrikas Aufbruch in eine neue, bessere Zukunft signalisieren soll. Weil die nach Meinung des amtieren Präsidenten, Dr. Bingu wa Mutharika, schon längst angebrochen, und Malawi ein äußerst entwickelter Staat sei, wird die Flagge geändert. Sie soll nun eine volle, weiße Sonne direkt im Zentrum tragen.
Der Nachfolger-Kandidat des 2014 aus dem Amt scheidenden Präsidenten wird übrigens dessen Bruder, Dr. Peter Mutharika, werden.
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Jul
26
9:56 Uhr
Hexen fliegen hier zwar nicht auf Besen, dafür aber auf Eulen. Und können sich auch wahlweise in diese verwandeln. Zum Repertoire gehören auch: Töten mit einem Augenschlag, Liebesblindheit bewirken und Impotenz hervorrufen. In Mulanje hat eine Hexe sogar einen Stein zur Welt gebracht.
Viele Malawier glauben an die Existenz und die Auswirkungen von Hexerei. Auf dem Ndirande Mountain sollte man sich nicht abseits der Pfade bewegen, weil es böse Geister gibt und hin und wieder wird jemand wegen „Witchcraft“ verhaftet und bisweilen sogar ins Gefängnis gesperrt...
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Jul
9
17:21 Uhr
Fünf Tage, vier Länder, drei Hauptstädte. Ich war mal wieder im Urlaub, habe Afrika auf Schienen durchquert, die Victoria-Fälle besucht und Grenzerfahrungen in verschiedener Hinsicht gemacht. Und zurzeit halte ich mich illegal in Malawi auf.
Dienstag war malawischer Nationalfeiertag. Und da Paraden zurzeit sowieso immer gestoppt werden, weil sie als Forum für Homosexuellen-Aktivisten dienen könnten, gab es nicht groß was zu verpassen. Also habe ich mir Montag und Mittwoch frei genommen und bin mit einem Freiwilligen aus Lilongwe für fünf Tage zu den Victoria-Fällen aufgebrochen...
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Jun
29
10:18 Uhr
Ein Wunder ist geschehen! Nach zehn Monaten in Malawi, nein, zehn Monaten bei BACOMA sind nun endlich drei Computer da! Erwartet hatte ich es ehrlich gesagt schon lange nicht mehr, aber nun stehen sie hier und ich kann für die letzten drei verbliebenen Schulwochen in diesem Trimester Computerunterricht geben. Wow!
Computer-Unterricht
Leider wird die als Computerraum deklarierte Kammer mittlerweile als Abstellraum genutzt, sodass der Unterricht in den kleinen Klassenzimmern stattfinden muss. Die Computer müssen also vor jeder Stunde dorthin getragen werden, was aber nicht weiter tragisch ist, da aufgrund der geringen Größe der Klassenräume nur ein Computer verwendet werden kann...
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Jun
22
21:52 Uhr
Zehn Tage lang waren 32 amerikanisch-chinesische Teenager zu Gast bei Jacaranda. Wie schon im Jahr zuvor halfen die Schüler der Shanghai American School mit, ein neues Gebäude zu bauen, haben mit den Jacaranda-Kids gespielt und gelernt und einen musikalischen Beitrag zum Benefiz-Festival geleistet. Morgen fährt die Delegation nach Lilongwe, um einen 20-stündigen Heimflug anzutreten, heute wurden sie offiziell verabschiedet.
Daher hat es sich auch der chinesische Botschafter und selbsterklärter Freund von Jacaranda, Lin Songtian, nicht nehmen lassen vorbeizuschneien...
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Jun
21
9:32 Uhr
It was cold on Friday night in Blantyre but this did not keep away some five hundred plus fans from enjoying a music explosion organized by Jacaranda Foundation at French Cultural Center (FCC).
Jacaranda school pupils were the happiest, firstly because they enjoyed music live from some of the country’s renowned musicians and secondly they have received visitors from Shanghai American School in China...
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Jun
19
18:39 Uhr
Aus und vorbei. Der bisher wahrscheinlich größte Meilenstein in meinem weltwärts-Jahr ist gelegt worden, ein organisatorisches Riesenwerk hat seinen finalen Showdown erreicht. Jacaranda Music Explosion, das seit Wochen von uns vorbereitete Benefiz-Konzert für Jacaranda, ist gestern hochgegangen und hat zwar keinen großen Krater aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen...
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Jun
17
9:16 Uhr
Wir haben 10.000 Flyer verteilt und 500 Poster aufgehängt, Werbung lief auf vier verschiedenen Radiostationen und sogar einmal im Fernsehen, wir sind im Newsletter vom French Cultural Center, dem Veranstaltungskalender schlechthin und wir haben sogar eine Facebook Fanpage. Was kann also noch schief gehen bei der Jacaranda Music Explosion?
Von 400 verfügbaren Tickets haben wir zwar erst etwa 40 Stück verkauft, aber ein Kartenvorverkauf ist in Malawi sowieso nicht üblich. Nach dem, was wir so gehört und an Feedback bekommen haben, werden weitaus mehr Besucher kommen als wir Tickets verkaufen können...
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Jun
10
17:24 Uhr
Nach einem Monat Funkstille gibt es nun endlich wieder einen Bericht. Grund für die Schreibpause war ein dreiwöchiger Urlaub mit meiner Familie in Malawi und eine weitere stressige Woche, featuring Umzug, Bandauftritten, Cocktail-Party und Konzertorganisation. Aber der Reihe nach...
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Mai
7
19:26 Uhr
Eine weitere Woche nähert sich ihrem Ende und noch immer steht nicht so richtig fest, wo ich nun eigentlich arbeiten soll. Würde es nach mir gehen, hätte ich BACOMA bereits vollständig den Rücken gekehrt und würde die gesamte Zeit in Jacaranda investieren, wo es mit der Bücherei, dem Festival, den Computern, der Website und jede Menge mehr durchaus genug zu tun gibt. Allerdings ist BACOMA meine offizielle Partnerorganisation und falls dort für mich Arbeit gefunden wird, soll sie das auch bleiben. Und zwar je nach Menge der Arbeit für die Morgenstunden von zwei bis fünf Tagen die Woche. Und natürlich findet BACOMA unter diesem Druck auch irgendwelche Arbeit.
Plötzlich soll ich Mathe-Unterricht geben, Examen abtippen und sowieso kommen ja in zwei Wochen die Computer. Wer die Leidensgeschichte mit den Rechnern bisher mit verfolgt hat, versteht, warum ich dieser Aussage wenig Glauben schenken kann. Da ich aber sowieso nur noch die drei Tage bis zum Besuch meiner Eltern arbeite und dann Urlaub habe, ließ ich mich darauf ein. Wenn bei meiner Rückkehr in drei Wochen Computer da sind, gut. Dann bleibe ich vier- oder zur Not auch fünfmal die Woche vormittags bei BACOMA. Ansonsten eben nur ein- oder zweimal.
Jacaranda bereitet sich unterdessen auf verschiedene Benefiz-Veranstaltungen vor, die im Zusammenhang mit dem Festival stehen, das wir für Blantyre planen...
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Mai
4
18:38 Uhr
Am Samstag war bekanntlich erster Mai, was auch hier ein Feiertag ist und sogar mit einigen friedlichen Demonstrationsmärschen zelebriert wurde. Und wie das mit auf Wochenenden fallenden Feiertagen hier so ist, sie werden montags nachgeholt.
Der Hafen von Nsanje
Wir haben das verlängerte Wochenende genutzt, um uns ein Bild von einem Mythos zu verschaffen, der hier schon lange Gesprächsthema ist. Nämlich der geplante Inlandshafen in Nsanje, der südlichsten Stadt Malawis. Bingu, der amtierende Präsident, wirbt auf riesigen Plakaten für dessen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Landes und er hat damit auch nicht ganz unrecht. Denn in Malawi, das selber keinen Zugang zum Meer hat, ist alles äußerst teuer. Das trifft natürlich besonders Importgüter. Aber da sich Malawi in keinster Weise selbst versorgen kann ist es vom teuren Import abhängig, was bei den langen Transportwegen auch die Preise für alltägliche Dinge in die Höhe treibt. So sind die Lebenshaltungskosten hier beispielsweise zwei- bis dreimal höher, als in den Nachbarländern Tansania und Mosambik.
Der malawische Zugang zum Meer
Die Idee vom Nsanje-Hafen ist nun, durch den Ausbau des Shire-Flusses für die Container-Schifffahrt den Zugang zum Sambesi-Fluss zu schaffen, der wiederum bei Mosambik ins Meer führt...
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Apr
24
10:12 Uhr
Die letzte Woche ist ruhig und ohne besondere Vorkommnisse verlaufen: Morgens bei BACOMA langweilen, Nachmittags bei Jacaranda arbeiten. Da gibt es wegen eines Musik-Festivals nämlich ganz schön viel zu tun. Zu Gunsten von Jacaranda findet das an einem prominenten Veranstaltungsort in Blantyre statt. Wir haben viele namhafte malawische Künstler dafür gewinnen können, kostenlos zu spielen. Sogar der Innenminister von Malawi wird dabei sein und Stücke auf der Gitarre vortragen.
Damit aber auch Gäste kommen müssen Flyer und Poster getaltet werden und die Werbetrommel vor Ort gerührt werden. Die Flyer gestaltet übrigens Martin für uns, dafür einen großen Dank!
Nach dem Druck in Deutschland werden sie von Malawi-Besuchern mitgenommen und erreichen uns Mitte Mai.
Eine Neuigkeit gibt es aber noch: Ich habe recht positive Signale von meiner Entsendeorganisation erhalten, dass ich vielleicht komplett zu Jacaranda wechseln und dort den ganzen Tag arbeiten kann. Besonders wegen der moment gar nicht vorhandenen Arbeit bei BACOMA macht das auch echt Sinn. Eine entgültige Entscheidung steht noch aus.
Der Umzug ins neue Haus zieht sich allerdings noch etwas hin. Weil die Renovierungsarbeiten noch immer nicht abgeschlossen wurden, verzögert sich unser Umzug voraussichtlich bis Mitte nächsten Monats.
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Apr
17
19:28 Uhr
Lilongwe ist außer Rand und Band. Straßen sind gesperrt und geschmückt, alle anderen verstopft. Bei TV Malawi und allen drei Radiosendungen gibt es seit zwei Wochen kein anderes Thema mehr. Die Zeitungen sind heute voller roter Herzen. „Love in the air“ titelt The Nation und ist heute dank zahlreicher Glückwunschanzeigen doppelt dick. Malawi News hat ein Sonderblatt herausgebracht. In großer Lettern prangt darauf: „Presidential Wedding“. Der Präsident heiratet also...
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Apr
5
19:08 Uhr
Erstmal: Frohe Ostern! Ich hoffe, ihr hattet ein paar ruhige Tage!
Wir jedenfalls nur teilweise. Mit unserem australischen Nachbarn wollten wir das extra lange Wochenende nutzen und nach Nkhotakota fahren, einem Dorf am See mit einem wunderschönen Strandabschnitt und gemütlichen Lodges. Wir hatten uns sogar ein Auto gemietet, um möglichst viel aus den vier Tagen herauszuholen. Am (Kar-)Freitagmorgen war der7-Sitzer bepackt und abfahrbereit, und bot dank viel Gepäck grade genug Platz für uns fünf. So weit so gut.
Aber schon nach 200km hatten wir den ersten platten Reifen. Glücklicherweise passierten wir gerade eine Polizeikontrolle und fuhren Schritttempo. Also schnell das Ersatzrad drauf und weitergedüst. Doch der Spaß sollte nicht lange halten...
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Mär
31
20:25 Uhr
Ich habe mir etwas Zeit gelassen, für diesen Beitrag. Liegt aber nur teilweise an Faulheit. Die Hälfte der letzten Zeit war ich unterwegs. Außerdem ist nach zwei Festplatten, zwei Handys und einem USB-Stick nun auch der Bildschirm vom Laptop kaputt. Ich konnte zwar noch einen alten Röhrenmonitor auftreiben, mit dessen Hilfe es mir gelang, die Daten zu sichern. Den aber immer mit zum Internet-Hotspot zu schleppen ist etwas mühsam, zumal es dort keine Steckdosen gibt.
Anfang März hatten wir – pünktlich zur Halbzeit – unser Zwischenseminar in Mangochi am See. Viel Programm, Zeit für Reflexion und die Möglichkeit alle Freiwilligen mal kennenzulernen...
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Mär
5
10:21 Uhr
Waschen in der Regenzeit hat so seine Tücken. Besonders wenn man von Hand waschen muss, wobei die Wäsche längst nicht so trocken wird, wie nach dem Schleudergang einer Waschmaschine. Auf jeden Fall habe ich drei Tage lang versucht, meine Wäsche zu trocknen. Eine Wäscheleine ziert unser Wohnzimmer und in jeder Minute, in der die Sonne den Regen ablöst, baue ich alles ab und draußen wieder auf. Bis es dann wieder anfängt zu regnen.
Am Mittwoch war Feiertag, von unserem Chef haben wir auch Donnerstag und Freitag frei bekommen. Zeit mal wieder etwas zu unternehmen. In einer eher unbekannten malawischen Reisezeitschrift haben wir einen Bericht über die Chikala Pillars gefunden, inklusive spektakulärem Foto. Es handelt sich dabei um zehn bis 15 Meter hohe, von Sandstürmen geformte Säulen. Ein verrückter Deutscher soll sie 1940 entdeckt und dort acht Jahre lang alleine in der Wildnis gelebt haben.
Eine recht interessante Wegbeschreibung und unser Sinn für Abenteuer haben uns also erst mal nach Zomba geführt...
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Mär
2
9:33 Uhr
Wir schreiben den zweiten März 2010. Genau heute vor sechs Monaten bin ich in Deutschland aufgebrochen und einen Tag später 7.500 km weiter südlich aus dem Flugzeug gestiegen, in Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Jetzt ist also Halbzeit. Zeit für ein Resümee...
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Feb
28
19:18 Uhr
Hat mal wieder lange auf sich warten lassen, der Blogeintrag. Habe einfach in letzter Zeit nicht mehr so viele freie Minuten, in denen ich mich dazu aufraffen würde, was zu tippen. Trotzdem sollen die Ereignisse der letzten anderthalb Wochen nicht unerwähnt bleiben.
Hausparty bei uns
Am Freitagabend haben wir bei uns den Geburtstag einer Bekannten gefeiert, die bei Jacaranda arbeitet. Geplant war draußen, auf dem Gelände vor unserem Haus, zu feiern. Natürlich hat es geregnet. Wir haben unser Haus zwar schon darauf vorbereitet, alles Zerbrechliche oder Wertvolle in unsere Zimmer gesperrt und das Wohnzimmer aufgeräumt. Aber trotzdem sind fast 35 Gäste doch eine Belastungsprobe für unser Haus gewesen...
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Feb
19
11:21 Uhr
Diese Woche sind Ferien bei der Academy, ich muss also dort grade nicht unterrichten. Auch in der Grundschule ist es gerade sehr entspannt, die Schüler schreiben dort ihre Examen. Der Nachmittagsunterricht findet daher auch nicht statt und die Arbeit in der Schule beschränkt sich somit auf das gelegentliche Überwachen der Schüler während ihren Tests.
Die viele freie Zeit habe ich bisher für die ganzen Aufgaben genutzt, die in letzter Zeit ein wenig zu kurz gekommen sind. Da gibt es beispielsweise die Anwesenheitslisten, die digitalisiert werden müssen, und die Brieffreundschaft mit der englischen Partnerschule, die mal wieder anliegt.
In der Schule geht weiterhin alles seinen chaotischen Gang. Mal sind hier die Examen nicht fertiggestellt, mal fehlt da ein Lehrer für die Aufsicht, weil plötzlich drei Lehrer auf einmal krank sind. Den Höhepunkt mangelnder Organisation stellen die Passbilder da...
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Feb
12
23:23 Uhr
Tut mir Leid, dass die Blogeinträge immer weniger werden, aber in letzter Zeit gibt’s einfach so viel zu tun. Die Arbeit in der Academy verschlingt mit Vorbereitung immer den ganzen Morgen, danach Unterricht bei der Grundschule, hier mal ein Brief tippen und da mal Fotos machen, dann die Brieffreundschaft mit der englischen Partnerschule, wofür grade wieder Antworten geschrieben werden... Aber ich möchte mich nicht beklagen, ich bin wirklich froh, dass das tagtägliche rumhängen und nichts tun ein Ende hat!
Langweilig wird’s hier aber auf keinen Fall: Als wir gestern nichts ahnend und wie üblich nach einem netten Barbesuch zur Hauptstraße laufen wollten, um dort ein Taxi zu erwischen, wurde einer von uns von der Polizei festgenommen...
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Feb
1
19:37 Uhr
Ich sitze gerade in der Sonne auf einer Bank vor dem Schulgebäude der Grundschule und warte auf meinen Transport zur Academy. Meine erste Unterrichtsstunde hat zwar bereits vor zehn Minuten angefangen, aber bisher ist noch niemand aufgetaucht, um mich abzuholen. Das gibt mir etwas Zeit, ein paar Zeilen über Blantyre zu schreiben, größte Stadt Malawis und Mittelpunkt unseres täglichen Lebens.
Obwohl Lilongwe die Hauptstadt unseres Gastlandes ist, leben und arbeiten weitaus mehr Menschen im südlicher gelegenen Blantyre. Das hat geschichtliche Gründe, denn Blantyre war, nach Zomba und vor Lilongwe einstige Hauptstadt und Regierungssitz...
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Jan
27
16:16 Uhr
Eine ganze Woche ist seit dem letzten Eintrag vergangen und das liegt – ihr werdet’s nicht glauben – daran, dass ich vorher keine Zeit hatte. Die Blantyre Baptist Academy beschäftigt mich jetzt Montag- bis Donnerstagvormittag, 7:30 bis 12:00 Uhr, Computerunterricht in Form 1-4. Montags- bis Mittwochsnachmittags ist danach Computer Club bei der Baptist Convention Primary School angesagt, anderthalb Stunden am Tag für Standard 4 und 5. Donnerstagnachmittag Sportunterricht. Der ganze Freitag ist für die Office-Arbeiten, die Auswertung der Anwesenheitslisten, die anfallenden Computerprobleme reserviert. Abends und am Wochenende...
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Jan
20
18:38 Uhr
Mit etwas Verspätung folgen heute die Erlebnisse des vergangenen Wochenendes. Das geplante Hitch-Hiking-Wettrennen musste leider ausfallen, es ließen sich nicht genügend Zelte auftreiben. Spontan wie wir seit Afrika sind haben wir uns daraufhin für eine Nationalpark-Tour in den Süden entschieden. Auf der wunderschönen Panorama-Straße Richtung Chikwawa, mit Blick auf die riesigen Zuckerplantagen des Südens, wurden wir von heftigsten Regenfällen begleitet, die uns zwar mehrmals zum Anhalten zwangen aber nicht von unserem Ziel abbringen konnten. Und wir wurden nicht enttäuscht...
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Jan
13
20:07 Uhr
Am Montag wurde zum zweiten Mal in unser Haus eingebrochen. Die Täter sind äußerst professionell vorgegangen, haben keine Spuren hinterlassen und in der Nachbarschaft wurden keine verdächtigen Geräusche gehört. Geklaut haben Sie – nichts. In den Hauptrollen: David, Meryem, unsere Kollegin Freeda und ich.
Wir kamen gerade von einem Bierchen im Doogles, einer Backpacker-Bar in Blantyre. Zusammen mit den beiden Beit-Cure-Freiwilligen, zwei Finnen, einer Britin und einer weiteren Deutschen haben wir so unsere erste Chichewa-Einheit ausklingen lassen. Seit dieser Woche und für mindestens die nächsten drei Monate werden wir zweimal wöchentlich Unterricht im French Cultural Center gleich bei uns um die Ecke nehmen.
Naja, und von diesem Abend eben kamen wir ohne Schlüssel zurück. Den hatten wir nämlich in unser Geheimversteck auf dem Fenstersims gelegt, da wir zu unterschiedlichen Zeiten das Haus verlassen hatten. Problem: Das Fenster wurde während unserer Abwesenheit von den beiden Nachtwächtern von außen zugedrückt. Ein paar Millimeter Glas standen nun im Weg.
Der erste Ansatz, vom Büro nebenan über den kleinen Schacht unter die Decke, rüberkrabbeln und in unserem Haus wieder einstiegen, ist an einer eingezogenen Zwischenwand gescheitert. Das Schloss konnte nicht geknackt werden, war nämlich diesmal etwas sicherer als das letzte. Und die Scheibe einschlagen war ja auch irgendwie keine Option. Glücklicherweise wohnt auf dem Campus der Schule noch Freeda, unsere Kollegin in der Schuladministration. Sie schaffte es, sich am Gitter vor der Tür vorbei zu zwängen und die eigentliche Tür zu öffnen, die kann nämlich nicht abgeschlossen werden. Dann konnte sie den Schlüssel holen und von innen aufschließen... Damit sind wir schon wieder in unser Haus eingebrochen, und es war schon wieder viel zu einfach 
Heute Nachmittag war ich beim Frisör. Immer wieder auf die lange Bank geschoben, musste es heute mal endlich sein, mein Sichtfeld war schon stark eingeschränkt. Das Ergebnis ist nicht unbedingt optimal, kann aber noch korrigiert werden. Jedenfalls ist es mir besser ergangen als manch anderem Freiwilligen dessen Haare einem Zwei-Millimeter-Rasierer zum Opfer gefallen sind.
Heute hat uns der Schulleiter der Blantyre Baptist Academy mitgeteilt, dass zehn Computer angekommen sind. Warum schafft es die Academy, in weniger als einer Woche zehn Computer zu organisieren, wenn unsere Schule hier in vier Monaten keinen einzigen bekommen hat? Morgen werde ich mir die mal anschauen und das Computer Lab einrichten!
Am Freitag ist John Chilembwe-Tag, Nationalfeiertag in Malawi. Das verlängerte Wochenende werden wir für eine Tramp-Rally nutzen. Die Idee, geboren aus der Planung zu einer Tour in den Süden, ist recht einfach beschrieben: Drei Teams zu je zwei Leuten (bzw. einer Dreierteam) versuchen, als erstes den südlichsten Punkt Malawis zu erreichen, ohne Geld auszugeben. Minibusse fallen also weg. Damit aber nicht ein Team durch übermäßiges Glück eine Mitfahrgelegenheit bis zum Zielpunkt erwischt, müssen unterwegs verschiedene Aufgaben bewältigt werden, wie z.B. das Bild mit der Gruppe an der Shire-Brücke, die Mitnahme einer Zuckerrohrstange aus den Illovo Sugar Estates oder der Stempel an der mosambikanischen Grenze. Übernachtet wird im mitgeschleppten Zelt, gegessen wird, was aus Blantyre mitgenommen und auf dem Feuer zubereitet wurde. Zurück geht es mit dem einzigen Zug Malawis, der von Nsanje im Süden nach Blantyre fährt. Ob alle ankommen ist nicht sicher, aber Spaß ist garantiert! Wer noch ein Team anmelden möchte: Am Freitag, 15. Januar 2010, um sieben Uhr morgens in Blantyre, Malawi 
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Jan
10
11:53 Uhr
Die letzte Woche war eine übliche Arbeitswoche mit gewohnt wenig zu tun. Ein paar Listen mussten getippt, die Anwesenheit der Schüler überprüft und protokolliert und ein Drucker eingerichtet werden. Die restliche Zeit habe ich mit der Website verbracht, die ich für BACOMA erstellen soll. Am Mittwoch sollte ich erfahren, dass ich auf die Computer, auf die ich schon dreimal vertröstet wurde, noch mindestens bis Mitte März warten muss.
Sehr gelegen kam daher auch die Anfrage der Blantyre Baptist Academy an unseren Chef, ob wir nicht unter der Woche ein wenig Arbeit bei ihnen erledigen könnten. Wir sollten doch einmal schauen, ob wir in unserem engen Zeitplan bei BACOMA und der Schule noch ein wenig Platz für dieses Projekt schaffen könnten...
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Jan
1
18:47 Uhr
Allen erstmal ein frohes neues Jahr! New Year yabwino!
Wir haben von Weihnachten bis Neujahr frei bekommen und sind daher an den See gefahren, zum bewährten Cape MacLear. Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass es dort wunderschöne Sandstrände, blaues, klares, badewannenwarmes Wasser und jeden Tag Temperaturen ab 30°C im Schatten gibt? Aber ich will ja niemanden neidisch machen
Fairerweise muss man aber dazusagen, dass wir uns mitten in der Regenzeit befinden. Das merkt man spätestens dann, wenn das Zelt völlig durchnässt ist und – wie in einer Nacht geschehen – durch orkanartige Stürme zusammenbricht...
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