Samstag, 14. November 2009 um 15:07 Uhr
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Wie wir die Küche abbrennen, wie wir den Berg bezwingen und wie wir in unser Haus einbrechen
Nachdem am Montag früh einer der Mitarbeiter von BACOMA in unserem Wohnzimmer stand, um mich (und damit die anderen und vier Gäste) zu wecken, weil eine Windows XP-CD aufgetaucht ist, sind für mich doch noch anderthalb Arbeitstage in unsere zweite Urlaubswoche gerutscht. Ein weiterer Computer konnte nun von den lästigen Viren befreit werden.
Während unseres überaus abwechslungsreichen Mittagessens (Toast mit Tomaten) ist dann passiert was eigentlich öfter passiert. Nur diesmal war’s schlimmer. Eines vorneweg: Unser Toaster toastet solange, bis man die Brotscheiben gewaltsam entfernt. Von alleine springt er nicht nach oben. Daher haben wir auch schon den einen oder anderen Toast ein Sekündchen zu lange drin gelassen und mussten einen schwarzen, verkohlten Klumpen aus dem Toaster in den Mülleimer verfrachten. Uns sind auch schon vereinzelt Flammen aus dem Toaster entgegengeschlagen. Daher waren wir auch erstmal nicht sonderlich beeindruckt als Mery einen „Waaah, der Toaster brennt!“-Schrei aus der Küche ins Wohnzimmer schallen ließ. Erst als der Schrei ein zweites mal kam und wir uns in die Küche bewegt hatten, mussten wir feststellen, dass nicht nur der Toaster, sondern auch die einen halben Meter darüber hängenden Geschirrtücher und der Hängeschrank Feuer gefangen hatten. Mit großen Decken konnten wir zum Glück alles schnell löschen, aber trotzdem dekorieren nun große schwarze Brandflecken die ansonsten recht karge Küchenecke.
Nachdem der große Schock am Dienstagnachmittag überwunden war, sind wir nach Mulanje gefahren und haben bei anderen Freiwilligen direkt am Fuße des Berges übernachtet. Anfangs eigentlich ohne konkrete Pläne im Gepäck beschlossen wir dort, aufs Bergplateau zu wandern. Alle unnötigen Sachen ausgepackt, mit dem Minibus zum Eingang zum Mulanje-Nationalpark gefahren und dort einen Guide gemietet, die Übernachtung in der Hütte bezahlt und auf den Weg gemacht. Völlig untrainiert und unvorbereitet sind wir bald an unsere körperlichen Grenzen gekommen, aber irgendwann waren wir tatsächlich oben. Und es lohnt sich! Das Mulanje-Bergmassiv ist nicht nur das höchste Zentralafrikas, es hat auch die schönste und abwechslungsreichste Umgebung zu bieten. Eine Auswahl der insgesamt weit über 1.000 geschossenen Fotos gibt es wie immer bei Flickr zu sehen:
Daher haben wir auch oben auf der Lichenya-Hütte völlig fertig beschlossen, noch einen Tag dranzuhängen. Am Donnerstag sind wir also zu der sechs Stunden entfernten Chambe-Hütte gewandert und da in die heftigsten Regenfälle geraten, die wir uns bis dahin vorstellen konnten. Wenn ich geschrieben habe, dass die nächtlichen Regenfälle in Mua apokalyptisches Ausmaß hatten, dann muss ich das hier korrigieren. Dem Weltuntergang näher waren wir definitiv auf knapp 2.000 Metern Höhe auf dem Weg zur nächsten Hütte. Zum Glück gab es dort einen Kamin mit großem Feuer, sodass unsere Klamotten über Nacht trocknen konnten (zumindest meine waren nämlich ausnahmslos durchnässt).
Auf der zweiten Hütte haben wir dann zwei Schotten vorgefunden, die – wie sich herausstellte – am Wochenende zuvor einige Freunde von uns an den Likhubula-Wasserfällen getroffen hatten. Malawi ist klein!
Die beiden Schotten und zwei auf der Lichenya-Hütte getroffene Südafrika haben uns allerdings vor Augen geführt, wie unvorbereitet wir den Mulanje erklommen haben. Ohne Träger, nur mit zwei Paketen Nudeln und einem Kilogramm Reis haben wir uns stundenlang hoch-, herum- und wieder heruntergeschleppt. Dagegen hatten alle – wirklich alle – die wir getroffen haben, Träger dabei, die ihnen auch etwas Ordentliches (und Abwechslungsreiches) zu Essen hochgetragen haben. Das Brot dagegen, das wir uns vorher gekauft hatten, war schon weg, bevor wir den Nationalpark betreten hatten.
Aber wir sind ja wieder unten! Und nach langem Hin und Her auch wieder in unserem Haus. Schlau, wie wir dachten, das wir seien, haben wir an unserer Tür ein zweites Vorhängeschloss angebracht, da wir nicht wissen, wer den zweiten Satz Schlüssel zu unserer Haustür hat. Blöd nur, dass der Schlüssel in einer der Hosen war, die wir beim Wandern nicht mitgenommen, sondern im Haus der andern Freiwilligen gelassen hatten. Die Hose wurde von der Haushälterin gewaschen, der eigentliche Haustürschlüssel und der neue Schlüssel auf den Tisch gelegt. Naja, wir haben nur den eigentlichen Haustürschlüssel mitgenommen, an den anderen mussten wir ja vorher nicht denken. Unsere beiden Nachtwächter haben sich gefreut, als sie das Schloss aufbrechen durften und zu unserem Unbehagen, ging das mit drei, vier Minuten Hämmern ganz schön schnell...
http://johannes-in-malawi.de/2009/11/14/wie-wir-die-kueche-abbrennen-wie-wir-den-berg-bezwingen-und-wie-wir-in-unser-haus-einbrechen/
Informationen
| Orte | Blantyre Mulanje |
| Veröffentlicht | Samstag, 14. November 2009 um 15:07 Uhr |
| Kategorien | Reiseberichte |
| Stichworte | Bergmassiv, Brennt, Küche, Mulanje Mountain, Schloss aufbrechen, Toaster, Wandern, Wandern |
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