johannes schäfer weltwärts malawi afrika blog berichte
Alle Berichte im November 2009
Nov
29
20:31 Uhr
Zuerst einmal allen einen schönen ersten Advent
Wir haben davon eher zufällig erfahren. Weihnachtsstimmung ist hier nicht. Wenn man von Shoprite absieht, wo die Regale voller Weihnachtsgeschenk-Kauf-mich-Puppen stehen und die Verkäufer kitschige rote Zipfelmützen tragen, ist hier eigentlich so gar nicht Weihnachten. Kein Schnee, stattdessen 30°C im Schatten. Nirgendwo Tannen, eher Palmen und Papaya-Bäume. Es ist nicht die Zeit der Plätzchen, es ist Saison für gegrillte Mini-Heuschrecken.
Aber das nur am Rande. Viel akuter als das bevorstehende Fest ist nämlich die anhaltende Dieselknappheit...
Weiterlesen!
Nov
26
18:58 Uhr
Die ganze letzte Woche war recht entspannt. Jedes Mal, wenn wir - wie am Vortag ausgemacht - um acht Uhr auf der Matte standen, um an weiteren Vorbereitungs-Workshops für die Lehrer teilzunehmen, wurden wir auf den nächsten Tag vertröstet. Ich habe meine Schemes of Work angefertigt, also die Unterrichtsplanung für den Computerunterricht für den ganzen Term (4 Monate). Allerdings sollte ich mal die Datumsangaben weglassen, man wisse ja nicht, wann die Computer letztlich kämen und ich mit dem Unterricht beginnen könne
...
Weiterlesen!
Nov
24
14:32 Uhr
Blantyre BACOMA hat beschlossen, seine Schule erst am 7. Dezember offiziell zu öffnen. Noch gestern Nachmittag wurde allen Eltern und Schülern Bescheid gegeben, erst in zwei Wochen wiederzukommen. Damit wird einer Entscheidung der Regierung Rechnung getragen, die allen privaten Schulen die frühzeitige Öffnung verboten hat. BACOMA kommt damit einer Zwangsschließung der Schule zuvor.
Weiterlesen!
Nov
23
14:11 Uhr
Das ganze letzte Wochenende über herrschte Ausnahmezustand hier in Blantyre. Joyce Meyer – eine uns bis dato völlig unbekannte, hier aber total gehypte Fernsehpredigern aus Amerika – hat Malawi besucht. Neben dem Stadion wurde ein riesiges Festzelt aufgebaut, sogar schon Anfang letzter Woche. In den Zeitungen und im Büro gab es kaum ein anderes Thema und selbst die riesigen, mehrere Monate alten Wahlplakate vom amtierenden Präsidenten Bingu waren durch auffallend dezente Plakate auf Englisch und Chichewa ersetzt worden, die ein deutlich nachbearbeitetes, trotzdem unmodisches Gesicht zeigten, das vermutlich zu Frau Meyer gehörte. Irgendwann gab es in der ganzen Stadt keine unplakatierte Laterne mehr (soviele gibt es allerdings auch nicht), sodass auch uns irgendwann aufgefallen ist, dass Joyce Meyer ganz schön populär sein musste. Auf Nachfrage haben wir immer die gleiche Gegenfrage bekommen, aus einem Mund, der uns nicht zu glauben schien: „Wie, ihr kennt Joyce Meyer nicht?“...
Weiterlesen!
Nov
22
21:04 Uhr
Heute haben wir den 1.476m hohen Michiru Mountain erklommen. Er liegt in einem kleinen Waldreservat, das 50 Kwacha Eintritt kostet. Wir hatten allerdings das Gefühl, dass mangels Besucher der Pförtner, der die umgerechnet 20 Cent eingesammelt hat, mehr Geld kostet als er einnimmt...
Weiterlesen!
Nov
21
18:15 Uhr
Die letzte Woche über haben wir tatsächlich gearbeitet! Morgens und teilweise nachmittags hatten wir Workshops mit den anderen Lehrern zu Themen wie Unterrichtsvorbereitung, Methodik und – sehr ausführlich – zu den Prinzipien von BACOMA: Hardworking, Resourcefulness, Productivity, Christian Values, Excellence und Teamwork. War auch alles sehr interessant, aber nicht sonderlich effektiv...
Mittlerweile musste ich auch erfahren, dass die Computer doch nicht so bald kommen. Die NGO hat‘s verplant und vergessen sie zu bestellen. Kommen also mit der nächsten Lieferung Mitte Januar (wer’s glaubt).
Und gestern Abend dann der Schock fürs Leben: Eigentlich wollten wir ja nur in eine kleine Bar in Blantyre fahren. Dummerweise ist der Taxifahrer mit seinem Taxi von der Straße abgekommen. Weiter ging‘s dafür auf seitlich angebrachten, zwanzig Zentimeter hohen Beton-Stoppern, die für den Unterboden des Fahrzeugs sicherlich unbequem waren, unsere Geschwindigkeit aber glücklicherweise stark reduzieren konnten. Denn in Blantyre sind parallel zur Hauptstraße anderthalb Meter tiefe, betonierte Rinnen angebracht, die in der Regenzeit für den nötigen Wasserabfluss sorgen. In einer solchen endete unsere Fahrt...
Weiterlesen!
Nov
14
15:07 Uhr
Nachdem am Montag früh einer der Mitarbeiter von BACOMA in unserem Wohnzimmer stand, um mich (und damit die anderen und vier Gäste) zu wecken, weil eine Windows XP-CD aufgetaucht ist, sind für mich doch noch anderthalb Arbeitstage in unsere zweite Urlaubswoche gerutscht. Ein weiterer Computer konnte nun von den lästigen Viren befreit werden.
Während unseres überaus abwechslungsreichen Mittagessens (Toast mit Tomaten) ist dann passiert was eigentlich öfter passiert. Nur diesmal war’s schlimmer. Eines vorneweg: Unser Toaster toastet solange, bis man die Brotscheiben gewaltsam entfernt. Von alleine springt er nicht nach oben. Daher haben wir auch schon den einen oder anderen Toast ein Sekündchen zu lange drin gelassen und mussten einen schwarzen, verkohlten Klumpen aus dem Toaster in den Mülleimer verfrachten. Uns sind auch schon vereinzelt Flammen aus dem Toaster entgegengeschlagen. Daher waren wir auch erstmal nicht sonderlich beeindruckt als Mery einen „Waaah, der Toaster brennt!“-Schrei aus der Küche ins Wohnzimmer schallen ließ. Erst als der Schrei ein zweites mal kam und wir uns in die Küche bewegt hatten, mussten wir feststellen...
Weiterlesen!
Nov
8
14:06 Uhr
Da im Moment Schulferien sind, haben wir eine Woche frei bekommen, in der wir in den Norden nach Rumphi fahren wollten. Unser erster Zwischenstopp war der abgeschieden am See liegende Touristenort Cape Maclear. Weil aber die Minibusfahrt über die Maßen anstrengend und Cape Maclear wahnsinnig toll war, haben wir einfach die ganze Woche dort verbracht
Herrlicher Sandstrand, Palmen, blaues Wasser und direkt am See das Zelt! Wir waren Schwimmen, Schnorcheln, Fischen und den gefangenen Fisch auf einer kleinen Insel grillen, und und und.
Cape Maclear selber ist nur der Name der Bucht, die komplett in einem Nationalpark liegt, der auch von der UNESCO sehr geschätzt wird. Ausgenommen vom Nationalpark ist das Dorf Chembe, das leider sehr, sehr touristisch geprägt ist. Am Strand wird man alle paar Meter von einem tour guide angesprochen. Zu dem trotz allem noch sehr traditionellen Dorf hat sich für die Männer nämlich neben dem Häuserbauen und Fischen noch das Geschäftsfeld des Touristenführers aufgetan. Die Einwohner von Chembe haben sich dazu sogar organisiert: Eine Tour Guiders Association hat die Angebote und die Preise abgesprochen (die übrigends touristenfreundlich in Dollar angegeben werden) und die kleinen Gruppen der Guides haben sich auf die am Strand gelegenen Lodges aufgeteilt und rotieren wöchentlich. Das führt dazu, dass ein bis zwei kleinen Gruppen für jede Lodge zuständig sind. Grade jetzt in der Nebensaison (bald fängt die Regenzeit an), wo wenige Gäste da sind, wird sehr aufdringlich versucht, einen zum Buchen eines Schnorchel-Trips oder eines Fisch-Barbecue zu bewegen.
Aus den Gesprächen mit Dodo, einem der Touristenführer, haben wir auch erfahren, dass der Chief des Dorfes die traditionellen Tänze verboten und ins 20km entferne Nachbardorf verlagert hat, damit durch das laute Geschrei und die Trommeln die Touristen nicht abgeschreckt werden.
Als wir gerade gemütlich beim Fischen mit improvisierter Angelschnur (Nylonfaden mit Haken, dicke Schraube als Gewicht und ein alter Flip-Flop als Aufwickelung) in einem kleinen Ruderboot auf dem Malawi-See unterwegs waren, bekamen wir auch noch einen Anruf von Grenna...
Weiterlesen!
Nov
1
15:57 Uhr
Am Donnerstag war für die Kinder der letzte Schultag. Eigentlich wird schon die ganze Woche nichts mehr gelernt, aber am Donnerstag wurde das dann richtig gefeiert. Und zwar wirklich gefeiert: Alle Kinder hatten Berge von Süßigkeiten (oder Reis) dabei und nachdem für die Präsentation am Freitag alles geübt war, gingen alle in ihre Klassenzimmer und schaufelten alles in sich hinein. Wobei alle ihre Sachen mit anderen geteilt, und auch – oder vorallem – denen abgegeben haben, die gar nichts dabei hatten. Auch den Lehrern wollten alle Schüler immer etwas abgeben. Nach dem „Essen“ ging dann die eigentliche Party los. Irgendjemand hatte ein kleines Radio mit einer Musikkassette in die große Halle gestellt und alle, wirklich alle Kinder – und das sind knapp 170 – fingen an, wie wild herumzurennen, zu hüpfen, zu kreischen und ausgelassen zu kreischen. Die ganze Veranstaltung wäre in Deutschland in die Kategorie „völlig aus dem Ruder gelaufen“ gefallen. Hier haben sich alle nur gefreut 
Am Freitag war dann in derselben Halle die Präsentation von Gedichten, kleinen Sketchen und Vorträgen, die die Schüler einstudiert hatten. Leider war nur eine Hand voll Eltern da, die sich da ganze angeschaut hatten...
Weiterlesen!