Mittwoch, 14. Oktober 2009 um 21:09 Uhr

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Autowerkstatt, Brieffreundschaft

Gestern habe ich tatsächlich noch ein wenig arbeiten können. Aber vorher bin ich mit unserem Chef, Simon, losgezogen, um sein Auto reparieren zu lassen. Die Werkstatt bestand zwar nur aus einem kleinen Hof mit winzigem Büro voller gebrauchter Toyota-Ersatzteile, dem Automechaniker, seinem Gehilfen, fünf verschiedenen Schraubenziehern und einem Hammer. Aber es reichte, um die kaputten Scheibenwischer zu reparieren (indem ein neuer Scheibenwischer-Motor eingebaut wurde).

Während seiner Arbeit war der Mechaniker sehr gesprächig, wollte sich immer mit mir unterhalten. Gleich am Anfang fragte er mich, wo ich herkomme. Aus Deutschland? Dann könne ich ihm doch Software für die Autos schicken. Die Diagnoseprogramme für Ford, Opel, Mercedes, BMW. An die käme ich doch sicher ran. Wir könnten gemeinsam ein business aufmachen. Er schraubt, ich liefere die Software. Wir würden Dollars machen ohne Ende :-D Er hat mir nicht geglaubt, dass keiner meiner bekannten Autos repariert und ich nicht an die Software komme. Dann solle ich ihm doch wenigstens eine Frau mitbringen, wenn schon nicht die Software :-P

Leider hatte der Automechaniker bei seiner Arbeit irgendetwas beschädigt, dass die Wegfahrsperre behinderte. Wir konnten also nicht mehr wegfahren. Um diesen Umstand zu beseitigen mussten wir weitere zwei Stunden warten.

Die Scheibenwischer zu reparieren war aber dringend notwendig. Nicht, dass es in Strömen regnen würde. Das tut es nicht außerhalb der Regenzeit, die noch nicht begonnen hat. Aber nicht funktionierende Scheibenwischer können den Führerschein kosten. Das Zwei-Zentimeter-Loch in der Frontscheibe stört keinen Menschen, aber wenn der Scheibenwischer nicht funktioniert, darf man nicht Autofahren :-D

Nachmittags wurden mir die kürzlich wiedergefundenen Briefe von Schülern einer Partnerschule in Großbritannien überreicht. Ein Freiwilliger, der einige Zeit vor uns hier war, hatte einst mit einigen Kindern Briefe dorthin geschickt. Die Antworten gaben prompt und darauf wurde auch teilweise geantwortet. Allerdings eben nur teilweise, mit vielen Fehlern und diese Antworten warten seit vier Monaten darauf, überhaupt verschickt zu werden.

Da ich während den bald anstehenden summer terms, dem einmonatigen Unterrichtsblock in den dreimonatigen Sommerferien, neben dem Computerunterricht auch eine writing class übernehmen werde, lässt sich das ja prima mit den Brieffreundschaften verbinden.

Heute habe ich einige der Briefe sortiert und eine Liste erstellt, wer mit wem Briefe austauscht. Außerdem habe ich ein Modem für mobiles Internet in die Hand gedrückt bekommen. Wie zu erwarten, wurden die CDs mit der entsprechenden Software bereits weggeworfen. Da für das malawische Netz niemand die Treiber ins Internet gestellt hat, ist das 200€-Gerät bisher leider wertlos. Dasselbe Problem trifft auch die vier Computer, die immer noch auf eine Virenkur warten: Die CDs mit Betriebssystem und Office sind nicht mehr vorhanden, sodass die Systeme nicht neu aufgesetzt werden können. Ziemlich frustrierend alles.

© Johannes Schäfer - http://johannes-in-malawi.de

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Orte Blantyre
Veröffentlicht Mittwoch, 14. Oktober 2009 um 21:09 Uhr
Kategorien Schulgeschehen
Stichworte Autowerkstatt, Brieffreundchaft

Vier Kommentare zu diesem Bericht:

  1. KT
    KT vor 3 Jahren

    Hallo Johannes, die Menschen in Malawi scheinen ja ziemlich humorvoll zu sein^^.
    Halt die Ohren steif!
    Liebe Grüße
    AKVTA

  2. Ursula
    Ursula vor 3 Jahren

    Hallo Johannes,
    da tun sich ja interessante Alternativen auf :-D So macht man sich unentbehrlich (für alle Lebenslagen)
    Viel Spass dabei!
    Gruß, M.

  3. bjs
    bjs vor 3 Jahren

    Don't worry, be happy. dada dada dadada.
    bjs

  4. Marian
    Marian vor 3 Jahren

    Hey Johannes,
    habe dich gerade übers Internet gefunden :). Wie gehts Dir so? Ich bin der Vorgänger, von dem du hier geschrieben hast. Habe grad die "Herausforderungen" deiner Arbeit gelesen und denke, dass ich dir vielleicht wenig helfen kann ;)
    Also das Loch in der Windschutzscheibe habe ich noch mitbekommen ;) Dem haben sie auf unserem Nachhauseweg mit ner Zwille einen Stein reingeschossen mit der Motivation, so sagt Simon es zumindest, ihm das Auto abzuziehen, aber man weiß ja nie :)
    Also die Software für das 200€ Teil müsste der Präsident der Bacoma Vincent Chirwa haben, da er dasselbe besitzt. Im Notfall kannst Du auch noch Thomas fragen, der auch nen Freund bei MTL sitzen hat.
    Als Fletcher Kaiya (Media Centre) bei mir zu Besuch war, habe ich ihm mega viel Computer Software auf seinen Computer überspielt (XP, adobe etc. drucker treiber). Ich weiß nicht, ob du die schon bekommen hast, aber da müsstest du was finden!! Wie gehts denn sonst so in Malawi. Computer bekommen?
    Liebe Grüße auch an die anderen und bis dann!!
    Marian


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