Mittwoch, 7. Oktober 2009 um 14:53 Uhr

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Party in Blantyre und Empfang beim Botschafter

Wir ankündigt hatten wir am Wochenende volles Haus. Letztendlich waren wir sogar zu elft, haben uns Blantyre und Limbe angeschaut und sind abends in einer sehr netten Bar namens Doogles abgestiegen. Eigentlich eine Backpacker-Lodge und auch generell sehr teuer war die überwiegende Zahl der Gäste weiß. Drei weiße Malawier, gegen die einige von uns mehrere Runden Billard spielten, gaben eine Runde nach der anderen aus. Bei einem Preis von weniger als einem Euro pro Flasche Carlsberg-Bier ist das Loch im Geldbeutel am nächsten Tag allerdings nicht ganz so groß, wie das in Deutschland der Fall wäre.

In Blantyre gibt es auch ein paar wenige Diskos, die Musik spielen, die auch bei uns in den Charts sind. Allerdings sind die Playlists nicht ganz so groß, sodass manche Lieder mitunter drei-, vier- oder fünfmal gespielt wurden.

Am Montagmorgen habe ich mir das Beit Cure Hospital angeschaut. Meine Entsendeorganisation würde gerne auch dort einen Freiwilligen haben, der sich um die IT kümmert und hat mich gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Dort soll eine Website und eine Netzwerk mit anderen Krankenhäusern entstehen. Nicht ganz ein full-time-job, aber den habe ich hier ja auch noch nicht. Daher werde ich voraussichtlich beide Jobs machen, indem ich ein mehreren Tagen morgens dort arbeite und an den anderen Tagen und nachmittags bei BACOMA. Das Krankenhaus ist nur wenige Minuten mit dem Fahrrad entfernt, sodass ich auf jeden Fall hier wohnen bleiben kann. BACOMA möchte vor allem den Computerunterricht für Schüler und Lehrer, der aber nachmittags stattfinden soll. Außerdem soll eine Website her und Internet und ich soll in der Verwaltung helfen. Lässt sich aber alles mit dem Krankenhaus unter einen Hut bringen.

Zum Thema Computer: Wir waren heute bei Congoma, einem Zusammenschluss von Nicht-Regierungsorganisationen, bei dem auch BACOMA beteiligt ist. Für Mitglieder stellen die recht günstig Computer zur Verfügung. BACOMA hat fünf Stück zu 30.000 Kwacha das Stück bestellt, also umgerechnet 150€. Die kommen im November. Für die Zeit dazwischen wurden uns aufbereitete alte Computer für je 100€ angeboten. Bei sechs GB Festplatte, 800 Mhz CPU, Monitor, Tastatur und Maus plus ein Jahr Garantie nicht unbedingt billig, besonders im Vergleich zu den neu- und hochwertigen für nur 50% Aufpreis. Auf meinen Rat hin also abgelehnt.

Zurück zu Montag: Nach der knapp fünfstündigen Autofahrt nach Lilongwe stand der Besuch beim Deutschen Botschafter an. Schon bei den letzten hundert Metern zu seiner Residenz war klar: Es werden viele Gäste :-D Alle Zufahrtsstraßen waren seitlich vollgeparkt, zumeist mit Autos von anderen Organisationen, aber auch viele Diplomatenautos.

Die Residenz selber ist verdammt groß. Riesiges Haus mit teurer Ausstattung, Pool, Tennisplatz, weitläufiger Grasrasen (der hier jeden Tag bewässert werden muss). Angeblich 400 Gäste und auf dem Grundstück hätten bequem dreimal so viele Platz gehabt. Am Büffet dagegen nicht. Es gab zwar deutsche Würstchen, die eigens vom Metzger aus einem knapp 800 km entfernen Ort in Sambia hergefahren wurden, aber viel mehr auch nicht. Gelegentlich Häppchen und eine unerschöpfliche Getränkebar :-) Die Veranstaltung selber war aber letztlich kürzer als gedacht. Der nicht sehr redegewandte Botschafter hat eine Rede gewandt, ein Vertreter der Regierung hat sich für die Einladung bedankt, die Dankbarkeit für die Entwicklungszusammenarbeit betont und Merkel zu ihrem Sieg gratuliert. Dann nochmal der Botschafter, der ankündigte, dass Deutschland seinen Entwicklungshilfeetat für Malawi im nächsten Jahr verdoppeln werde. Beifall. Musik. Ende.

Am Dienstag wollten wir einen Platz im Reisebus zurück nach Blantyre buchen, der fuhr aber erst spätabends. Also haben wir uns für einen etwas größeren Überlandminibus entschieden. 29 Passagiere auf engstem Platz. Aber so schlimm war es letztendlich gar nicht, und billiger noch dazu. Für fünf Euro kann man 350km weit reisen.

Nachher steht noch ein Meeting mit den Verantwortlichen der Schule an für den Stundenplan während den großen Ferien (in denen es jetzt trotzdem Unterricht geben soll, weil die Schule den Stoff in sieben statt acht Jahren macht. Vor unserem Fenster probt ein malawischer Frauenchor :-D

© Johannes Schäfer - http://johannes-in-malawi.de

http://johannes-in-malawi.de/2009/10/07/party-in-blantyre-und-empfang-beim-botschafter/

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Informationen

Orte Blantyre
Lilongwe
Veröffentlicht Mittwoch, 7. Oktober 2009 um 14:53 Uhr
Kategorien Büroarbeit, Gedanken, Reiseberichte
Stichworte Bar, Beit Cure, Computer, Deutsche Botschaft, Minibus
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Ein Kommentar zu diesem Bericht:

  1. Martin
    Martin vor 3 Jahren

    Endlich Arbeit! Ein Netzwerk fuer Krankenhauser, klingt ja interessant. Teilen die sich dann eine Patienten-Kartei? Und haette nicht gedacht, dass sechs GB Festplatten ueberhaupt noch im Umlauf sind. Naja, dann mal viel Spass beim Website bauen. ;) Gruss, Martin und Jana


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