Sonntag, 20. September 2009 um 21:54 Uhr

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Besuch beim Chef, Gottesdienst und Gartenarbeit

Für gestern hatten wir geplant, den Michiru zu besteigen, einen Berg ganz in der Nähe. Ist aber ins Wasser gefallen, weil Meryem Malaria hat. Stattdessen wurden wir von Simon, dem Blantyre-Chef von BACOMA, zu sich nach Hause eingeladen, um uns seiner Familie vorzustellen. Er wohnt etwa eine 20 Minuten außerhalb, auf dem Weg dorthin entlang der Straße haben wir viele Lehmhütten gesehen und fast eine Ziege überfahren, die auf die Straße gesprungen ist. Weil es keine Gehwege oder ähnliches gibt, laufen diejenigen die kein eigenes Auto besitzen – und das sind nicht wenige – eben direkt neben bzw. auf der Straße. Mehrere Kilometer werden dabei von Dorf zu Dorf zu Fuß zurückgelegt und oft werden auch Tierherden dort entlang getrieben. Auf unserer Fahrt am Dienstag hierher sind wir sogar zweimal mitten durch einen Markt gefahren, der sich zu beiden Seiten der (Fern-)Straße gebildet hat.

Weil BACOMA, die Baptists Convention of Malawi, eine religiöse Institution ist, stand am heutigen Sonntag auch der Gottesdienst auf dem Programm. Um neun Uhr an der Kirche angekommen bekamen wir drei erstmal vom Pastor persönlich eine 20-minütige Vorbereitung auf den nachfolgenden Gottesdienst. Dazu haben wir die Bibelstellen gelesen, um die es später gehen sollte und darüber gesprochen. Als wir dann auch noch das Abschlussgebet sprechen sollten waren wir völlig überfordert :-D

Der Gottesdienst selber war auch mit einem in Deutschland kaum zu vergleichen. Ich selbst kenne zwar nur die katholischen Gottesdienste, kann mir aber nur schwer vorstellen, dass eine Messe, wie wir sie erlebt haben so in Deutschland nicht stattfindet. Es wurde sehr viel gesungen, getanzt, geklatscht, es war eine fröhliche Stimmung. Aber es wurde auch viel und lange gebetet und gepredigt, wobei während den Reden oft auch vereinzelte „Yeah“-Rufe zu hören waren :-)

Mittendrin, beim Programmpunkt „Welcome of Guests“, sollten alle Gäste der Gemeinde aufstehen. Dazu haben dann auch wir gehört. Der Pastor (mit dem wir vorher ja noch über die Bibelstellen geredet hatten) forderte uns auf, uns kurz vorzustellen. Danach kam jeder, wirklich jeder der Gottesdienstbesucher bei uns vorbei, um uns die Hand zu schütteln, mit einem netten „welcome to Malawi“ – mitten im Gottesdienst!

Bis vorhin haben wir dann angefangen den Garten von unserem zukünftigen Haus umzugraben, um dort Gemüse anzubauen. Sobald Ende November nämlich die Regenzeit anfängt, müssen die Samen dafür gesät werden.

Zu uns Freiwilligen: Ich wohne zusammen mit David und Meryem bei BACOMA. David wird Französischunterricht geben und Meryem Sport und außerlehrplanmäßige Aktivitäten leiten. Frederik ist der vierte Freiwillige in Blantyre und arbeitet am Teachers Training Center als Lehrer für Informatik.

© Johannes Schäfer - http://johannes-in-malawi.de

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Veröffentlicht Sonntag, 20. September 2009 um 21:54 Uhr
Kategorien Gedanken
Stichworte Freiwillige, Gemüsegarten, Gottesdienst, Malaria, Markt, Straßen
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