Freitag, 18. September 2009 um 12:08 Uhr
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Die ersten Tage in Blantyre
Endlich kann ich mich mal aus Blantyre melden! Wir sind gut hier angekommen, nach einer fünfstündigen Fahrt von Lilongwe in den Süden Malawis. Die Straße nach Blantyre ist komplett geteert, aber nicht immer in gutem Zustand. Oftmals zieren tiefe Schlaglöcher das Straßenbild, manche sogar einen halben Meter tief! Besonders nachts ist das ein Problem, weil es keine Straßenbeleuchtung gibt und viele Autos ohne Licht fahren, sodass die Fahrer oft keine Möglichkeit haben, den Schlaglöchern auszuweichen.
In Blantyre wohnen wir eigentlich zu Dritt in einem kleinen Haus mit Wohnzimmer, Küche, Bad, Abstellkammer und für jeden ein eigenes Schlafzimmer. Eigentlich. Tatsächlich ist das Haus – das wurde uns schon auf dem Weg nach Blantyre gesagt – noch nicht fertig. Wenn man es genau nimmt, wurde noch nicht mal angefangen. Ein alter zu renovierender Grundriss steht, aber das Wohnzimmer muss noch angebaut, das Bad ausgebaut und ein Zimmer umgebaut werden. Angeblich sollen wir am ersten November einziehen, wir haben bereits Wetten abgeschlossen, die bis Februar 2010 reichen
Bis dahin wohnen wir im Gästehaus von BACOMA. Ist auch recht schön, mit Wohn- und Esszimmer (wo wir unseren Kühlschrank aufgestellt haben), Küche, Bad und zwei Schlafzimmern. Auf der anderen Straßenseite ist das Stadion, wo zum Beispiel am 10. Oktober das Länderspiel Malawi gegen Elfenbeinküste für den Afrika-Cup läuft. Karten kosten zwischen 50 Cent im obersten Bereich bis 10 Euro auf der VIP-Tribüne hinter den Trainerbänken.
Ebenfalls über die Straße ist eine größere Mall mit Shoprite, einer südafrikanischen Supermarktkette, einem kleinen Internetcafé, das um halb fünf zumacht, einem Kleidungsgeschäft und mehreren anderen kleinen Läden. Man kann hier auch 400.000 Kwacha (2.000 €) für einen Flachbildfernseher ausgeben! Generell sind hier die Preise zwar viel niedriger als in Deutschland. Das gilt aber nur für Produkte, die in Malawi oder Nachbarländern hergestellt werden können. Für Importprodukte (wie die Fernseher oder Nutella) müssen dann die europäischen Preise, plus Importkosten, plus Zwischenhändlerprofite gezahlt werden. Ein normales Glas Nutella kostet umgerechnet 13 €.
Am Dienstag sind wir also angekommen und haben unsere Sachen ausgeladen. Am Mittwoch hatten wir noch einen freien Tag, den wir genutzt haben, um einen Freiwilligen zu besuchen, der mit uns in Blantyre ist, aber am TTC, dem Teachers Training Center, wohnt und arbeitet. Das ist eigentlich ziemlich in der Nähe, aber oben auf dem Berg, ohne Minibusverbindung.
Gestern wurden wir dann den meisten Mitarbeitern hier vorgestellt. Der Schulleiter hat uns herumgeführt, uns die Leute vorgestellt und die Räume gezeigt. Es gibt sieben Klassenzimmer für sieben Klassen.Standard 1 ist die erste Klasse, Standard 7 die letzte, wobei die Anzahl der Schüler zwischen sec hs und knapp 30 variiert. Insgesamt hat die Schule von BACOMA 165 Schüler. Die Räume dafür sind aber winzig. In einem vielleicht 10 Quadratmeter großen Raum werden 20 Schüler unterrichtet. Auf die Frage wie um alles in der Welt darin alle Platz hätten meinte der Schulleiter, dass das gar nicht der Fall sei. Es würde aber trotzdem irgendwie gehen ![]()
Mitten in den teilweise ziemlich heruntergekommenen Klassenzimmern gibt es aber etwas, das uns die Sprache verschlagen hat: Ein Tonstudio! Ein riesiges Mischpult, zwei Keyboards und ein Computer, und durch eine Scheibe kann man in den schalldichten Raum sehen, in dem ein malawischer Chor gerade singt, um eine CD aufzunehmen. Ziemlich krass.
Außerdem waren wir noch im French Cultural Center, wo es vor allem französische Bücher zum Ausleihen gibt. Es ist gleich um die Ecke und gut geeignet, um mit den Schüler dahinzugehen. Einer von uns Freiwilligen wird nämlich Französischunterricht geben. Zur Zeit läuft dort das Malawi International Film Festival, sodass dort und im City Center Filme aus aller Welt gezeigt werden. Heute Abend schauen wir vorbei.
Eigentlich sollte es für uns heute eine Tour durch Blantyre geben. Simon, der Chef von BACOMA in Blantyre, wollte uns eigentlich herumfahren. Er hat aber wichtige Meetings, die ihm dazwischen gekommen sind. Der Schulleiter sollte seine Aufgabe übernehmen und uns mit seinem Auto herumfahren. Aber das ist grade kaputt, also haben wir einen freien Tag
Für morgen ist eine Wanderung auf den Michiru, den Hausberg von Blantyre, geplant. Es soll keinen festen Weg gehen, man muss sich also eine Bahn durchs hohe Gras suchen. Aber wir haben eine Machete und hohe Wanderschuhe. Die Machete stammt übrigens von einem Einbruchversuch im weltwärts-Haus in Lilongwe (vor unserer Zeit dort). Der Angreifer hat sie fallen gelassen und ist abgehauen, als der Alarm losging...
http://johannes-in-malawi.de/2009/09/18/die-ersten-tage-in-blantyre/
Informationen
| Orte | Blantyre |
| Veröffentlicht | Freitag, 18. September 2009 um 12:08 Uhr |
| Kategorien | Schulgeschehen |
| Stichworte | Blantyre, Einleben, French Cultural Center, Grundschule, Preise, Wohnsituation |
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