Mittwoch, 9. September 2009 um 19:33 Uhr
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Fahrradfahren, schon wieder Minibus und Einkaufen auf dem Markt
Gestern hatten wir einen freien Nachmittag, den wir zu einer Erkundungstour durch Lilongwe genutzt haben. Mit dem Fahrrad. Unsere Entsendeorganisation hat eine ganze Palette gekauft, zwar gebraucht, aber angeblich in einem guten Zustand. Angeblich
Das Gegenteil hat sich dann im Laufe des Nachmittags erwiesen. Ein Fahrrad war schon vorher bei einer Fahrt zum nahe gelegenen Supermarkt durch die Unbeständigkeit der Kette aufgefallen (ich habe dann einen anderen Freiwilligen den Rückweg gezogen). Auf dem durchaus längeren Weg durch die Stadt hat sich dann herausgestellt, dass die ein oder andere Bremse nicht funktioniert (meine Sandalen haben geschätzt zwei Zentimeter weniger Profil, das nun auf an den Hängen in Lilongwe klebt) und Gangschaltung hier nur Dekoration ist. Aber letztlich sind wir doch alle zurückgekommen, auch trotz Linksverkehr und ohne Straßenverkehrsordnung ![]()
Heute bin ich mit einem anderen Freiwilligen kurz vor Anbruch der Dunkelheit zum Markt gefahren – mit dem Minibus! Großes Kino: Der Minibus auf der Hinfahrt war schon ein etwas älteres Modell, wackelig und machte komische Geräusche, aber der pure Luxus im Vergleich zum Bus auf der Rückfahrt. Zweimal ist irgendwas unter dem Auto über den Boden geschleift das verdächtig nach Auspuff klang und fast wären wir auf einem Stück buckeliger Sandpiste stecken geblieben, als der Fahrer eine rote Ampel umgehen wollte... Die Gruppe, die heute mit dem Minibus zum Lunch gefahren ist, hat sogar davon berichtet, dass die Schiebetür während der Fahrt herausgefallen sei. Aber die Minibusse sind und bleiben das Fortbewegungsmittel in Malawi schlechthin. Sie haben feste Routen, können an der Straße überall angehalten werden und man kann überall aussteigen. An vielen Punkten kann man umsteigen und kommt so überall hin.
Aber zurück zu heute: In der Nähe vom Markt angekommen, wurden wir von zwei Malawiern angesprochen, die uns gleich als Freunde bezeichneten und sowieso grade zum Markt wollten und uns hinführten. Beide waren sehr freundlich und sie konnten uns sagen, was gute Preise für die Früchte sind, die wir kaufen wollten, sodass wir nicht über den Tisch gezogen wurden. Eine riesige Papaya für 180 Kwache (ein bisschen weniger als ein Euro), zwei Mangos für zusammen 50 Kwacha (jeweils 12 Cent) und eine unbekannte Frucht für 100 Kwacha.
Als wir fertig waren und uns noch die Stelle gezeigt wurde, wo „traditional lamb“ zubereitet wird, kam die Dunkelheit. Es dauert hier nur zehn Minuten, bis es vollständig dunkel ist. Dann sollte man eigentlich zu Hause sein, zumindest nicht mehr auf der Straße, denn die Fahrer nehmen dann noch weniger Rücksicht und fahren oftmals ohne Licht. Haben wir ja dann auch fast geschafft, eine gute Viertelstunde später waren wir zu Hause. Die beiden Malawier wollten plötzlich noch was verkaufen, was einer der beiden angeblich selbst gemalt hatte. Sah aber stark nach Kopie aus und als wir sagten, dass wir davon nichts kaufen möchten, waren sie ziemlich enttäuscht, denn „business today was very bad“ und sie müssten sich noch was zu essen kaufen. Dann forderten sie sogar, dass wir ihnen so Geld geben würden, da sie schließlich extra mit uns zum Markt gegangen waren. Davor hatten sie uns noch erzählt, dass sie da auch hingehen wollten und uns – ihren Freunden – gerne helfen würden. Wir haben ihnen dann etwas Geld gegeben, das ausreichte, damit sich beide etwas zu Essen kaufen konnten, waren aber schon etwas enttäuscht, das uns nur aus diesem Grund „geholfen“ wurde.
Zu Hause angekommen haben wir die unbekannte Frucht mit einer Machete geöffnet
Drinnen waren ganz viele Kerne, die aber mit einer Art pelziger Hülle überzogen waren, die man wohl lutschen kann. War ein bisschen sauer, aber ganz okay. Ähnlich den sauren Apfelringen aus der Haribotüte!
http://johannes-in-malawi.de/2009/09/09/fahrradfahren-schon-wieder-minibus-und-einkaufen-auf-dem-markt/















Caro vor 3 Jahren
mhm... nach dieser Beschreibung würd ich schon gern wissen, wie die dubiose Frucht heißt! Erinnern tut das alles ja an einen Granatapfel... der wächst aber glaub nicht unbedingt arg bei euch.. ? =)
Gruß
Sascha vor 3 Jahren
Yaaaay, Apfelringe vom Baum!! ^^
Pass bloß auf, dass du mir lebend wieder zurückkommst! Das klingt ja highly dangerous, was du da erzählst...
vor allem, wie viel Geld ihr bei euch habt...und wie wenig die anderen haben... :P Immer wachsam, oder wie sagte ein berühmter Lehrer einer namhaften, fiktionalen Schule für Zauberei und Hexerei? :P
Wie sieht's eigentlich aus mit Bildern? ;)
Wünsch' dir weiterhin viel Spaß
Gruß, Sascha =)