Samstag, 5. September 2009 um 20:44 Uhr
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Taschengeld, malawisches Essen und Minibusse
Zwei weitere Tage in Malawi vorbei und eine Menge erlebt: Der Freitag hat um halb acht mit einer eiskalten Dusche begonnen, den warmes Wasser scheint es hier in unserer Unterkunft nicht zu geben. Nach dem Frühstück haben wir Taschen- und Verpflegungsgeld für die nächsten beiden Monate bekommen. 100€ im Monat Taschengeld plus 80€ für Verpflegung erhalten wir Freiwillige, das ist leider mehr als die viele Malawier verdienen. Die Landeswährung ist Kwacha. 200 Kwacha entsprechen im Moment einem Euro. Ein Eurocent sind also zwei Kwacha. Trotzdem wird ein Kwacha nochmals in 100 Tambale aufgeteilt, die wir bisher aber noch nicht gesehen haben.
Unser Geld erhalten wir bar, was nicht ganz einfach ist. Der größte Schein ist 500 Kwacha wert, also 2,50€. Bei 360€ sind das eine ganze Menge Scheine.
Mittags ging es in ein malawisches Restaurant in Lilongwe. Zu Essen bestellt habe ich „Chicken and Rice“, was zwei kleine Hähnchenschenkel und eine große Portion Reis in einer Soße hauptsächlich aus Tomaten und anderem gekochten Gemüse ergibt. Sehr lecker und interessant gewürzt! Das kostet hier 450 Kwacha, also 2,25€. Dazu Softdrinks wie z.B. Cola sind für 60, Mineralwasser für 100 Kwacha erhältlich. Fanta ist hier etwas anders als in Deutschland, vor allem süßer mit anderen Farbstoffen
Nachmittags dann Organisatorisches.
Auch der Samstag hat wieder früh und kalt geduscht angefangen, ein kurzes Frühstück und ein wenig Warten später erhalten wir unsere ersten Stunden Sprachunterricht in Chichewa. Zwei Freiwillige werden in aufgrund ihres Einsatzplatzes in Chitumbuka unterrichtet, die Sprache die im Norden verbreitet ist. Vier Stunden soll es ab nächster Woche täglich nach dem Aufstehen geben. Klappt aber noch ganz gut.
Zum Lunch fahren wir mit dem Minibus, dem malawischen Haupttransportmittel. Das hat man sich dann so vorzustellen: Ein uralter in der Regel weißer Toyota-Bus mit vielleicht 12 ausgewiesenen Sitzplätzen kann an bestimmten Punkten angehalten werden, bis zu 20 Leute steigen, Gurte gibt es nicht, der Fahrer fährt viel zu schnell. In Lilongwe sind die meisten Straßen geteert, sodass die Fahrt noch recht komfortabel verläuft. Aber auch bei schlechterem Fahrbahnbelag wird kräftig aufs Gas gedrückt. Wenn eine Polizeikontrolle am Horizont erkennbar ist, dreht der Fahrer auch gerne mal um und fährt drumherum, denn oftmals haben sie keinen Führerschein oder die Autos sind in einem derart schlechten Zustand, dass sogar die Polizei was sagen muss... Gurte sind natürlich nicht vorhanden, das Personal besteht aus dem Fahrer und einem, der das Geld einsammelt. Innerorts so um die 80 Kwacha (etwa 40 Cent), bei überregionalen Fahrten bis zu 500 (2,50 €).
Eine Erfahrung mehr
Nach dem Essen werden wir auf Sightseeing-Tour mitgenommen. Auf dem Programm: Das Mausoleum und die Statue von Banda, dem Diktator, der Malawi seit der Unabhängigkeit bis 1994 regierte und im derzeitigen Premierminister einen großen Fan gefunden hat (er hat nämlich beides erbauen lassen). Trotz seiner diktatorischen Machtausübung wird Banda wegen seinem Beitrag zur Entwicklung Malawis von vielen geschätzt. Ihm ist auch die allermeiste Infrastruktur zu verdanken.
Anschließend sind wir zu fünft auf den Markt gegangen. Viele kleine Stände mit Gemüse, einzelne Verkäufer, die Erdbeeren aus dem Umfeld von Lilongwe verkaufen möchten. Alles natürlich zu einem „good price, very good price“. Der fängt bei 800 Kwacha an (bei Einheimischen bei 300) und endet mitunter bei 100 (50 Cent). Für fünf Tomaten oder drei Zwiebeln zahlt man 80 Kwacha, für einen Eimer Kartoffeln 200. Sobald wir ankamen und das Auto geparkt hatten, kamen schon Kinder angerannt, ein etwas älterer Junge (vielleicht 14 Jahre) hat dann gefragt, ob er das Auto bewachen soll (das kostet dann 20 Kwacha, aber man weiß nicht, was passiert, wenn man das ablehnt, hieß es)... Und dann kam, was uns schon auf dem Vorbereitungsseminar immer gesagt wurde: Die Malawier riefen uns „Mzungu“ zu (Hey Weißer) und schüttelten die Hände. Meistens mit einem „my friend! How are you?“. Darauf antwortet man dann ein paar Floskeln, und wenn man das auf Chichewa kann, dann muss man sogar einschlagen
Ein bisschen unangenehm wurde es dann schon, wenn man auf Schritt und Tritt begleitet und von allen beobachtet wird. Außerdem wird immer versucht uns beim bezahlen über den Tisch zu ziehen.
Eine Freiwillige wurde oft von Kindern gefragt, ob sie mit ihnen ein Foto machen kann. Nach dem vierten oder fünften haben wir dann gesehen, wie der Fotograf von den Kindern Geld bekommen hat. War auf jeden Fall komisch.
http://johannes-in-malawi.de/2009/09/05/taschengeld-malawischen-essen-und-minibusse/
Informationen
| Orte | Lilongwe |
| Veröffentlicht | Samstag, 5. September 2009 um 20:44 Uhr |
| Kategorien | Vorbereitung |
| Stichworte | Banda-Statue, Chichewa, Einkaufen, Kwacha, Markt, Minibus, Preise, Taschengeld, Toyota |
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